Das migros museum für gegenwartskunst zeigt die schottische Künstlerin Karla Black (*1972 in Alexandria, lebt und arbeitet in Glasgow) in einer ersten Einzelausstellung in der Schweiz. Gipspulver und Farbpigmente, Vaseline oder Substanzen wie Gesichtspuder, Lippenstift und Nagellack bilden die Rohstoffe für die Skulpturen Blacks. Die ephemeren Arbeiten – seien es transparente Zellophanschichten, die skulptural angeordnet von der Decke hängen, oder fragile Bodenarbeiten, aus hauchdünnen Puderschichten auf den Boden gestreut – stellen Referenzen auf die Minimal Art und Konzeptkunst der 1960er und 1970er Jahre dar. Gleichzeitig erweitert Black aber den klassischen Skulpturbegriff durch einen prozessorientierten, performativen Umgang mit kulturell konnotierten und untypischen Materialien. Sie entwirft nicht nur ein Gegenmodell zur brachial wirkenden Minimal Art, sondern knüpft mit dem Gebrauch von instabilen und einfachen Substanzen an die Geschichte der Antiform an, die etwa von Robert Morris mit seiner Verwendung von Filz oder von Eva Hesse mit ihrem Einsatz von Latex begonnen wurde.
Kuratiert von Heike Munder
Don't Adapt, Detach
2009
Zellophan, Farbe, Klebeband, Deospray, Fussspray, Glitter Eyeliner, Haargel
100 x 235 x 260 cm
Don't Detach, Adapt
2009
Papier, Farbe, Polyethen, Kreidestaub, Faden
370 x 850 x 30 cm
Loathed In Language
2009
Polyethen, Farbe
42 x 74 x 253 cm
Principles of Admitting
2009
Gips, Farbpulver, Papier, Selbstbräunungsspray, Kreide, Abdeckstift
20 x 2770 x 1025 cm
The Singular in Nature Are a Benign Kind
2009
Kartonboxen, Papier, Farbe, grüner Abdeckstift, Glitter-Eyeliner
64 x 54 x 46 cm