2. Mai 2011 – 30. Oktober 2011
Mit Kunstwerken von:
Pablo Bronstein Liz Craft Ida Ekblad Geoffrey Farmer Kerstin Kartscher Ragnar Kjartansson Fabian Marti Peter Regli Thiago Rocha Pitta
Pablo Bronstein – Liz Craft – Ida Ekblad – Geoffrey Farmer – Kerstin Kartscher – Ragnar Kjartansson – Fabian Marti – Peter Regli – Thiago Rocha Pitta
Das migros museum für gegenwartskunst ist während der Sommermonate mit dem Skulpturenprojekt «The Garden of Forking Paths» auf dem Hof Froh Ussicht der Familie Blum in Samstagern ZH zu Gast. In Anlehnung an den verwunschenen Renaissance-Garten Sacro Bosco in Bomarzo (Italien), in dem sich sagenumwobene Skulpturen und exzentrische, über die Zeit verwucherte Architekturen (sogenannte «follies») finden, schaffen die eingeladenen Künstler eigene fantastische Erzählungen. Der Titel des Projekts greift auf eine Geschichte des argentinischen Literaten Jorge Luis Borges (1899–1986) zurück, der auf die Analogie zwischen Imagination und räumlichen Strukturen verweist, indem er etwa das Labyrinth als menschliche Grunderfahrung beschreibt. Verbunden mit dem verwunschenen Garten Sacro Bosco, ergibt sich so ein mythischer Gedankenkosmos, in den sich die Künstler auf ihre je eigene Weise einordnen.
Der Garten als Urform der Auseinandersetzung mit Natur beschäftigt seit je die Menschheit. In seiner Gestaltung spiegelt sich die jeweilige gesellschaftliche Ordnung in all ihren politischen, soziologischen und psychologischen Aspekten. Als Paradies, als klösterlicher Nutz- und barocker Lustgarten, als Urlandschaft nach der Aufklärung, als Landschaftspark, Volksgarten und städtische Oase ist er ein Ort des Ertrags, aber auch der Kontemplation, der Frieden und Glück bringen soll. Er betört die Sinne und dient dabei der Weltflucht, bleibt aber auch immer konkretes Mittel zum landwirtschaftlichen Anbau und damit zur menschlichen Ernährung.
Prinz Orsini legte im Jahr 1522 den Sacro Bosco in Bomarzo an, der das eine Extrem der Vorstellung von Garten symbolisiert: Ohne inhärente Nutzenfunktion bleibt er ein reiner Ort der Verzauberung. Der Besucher wird mit den Worten begrüsst: «Der Du hier eintrittst betrachte Stück für Stück und sag mir dann, ob so viele Wunder durch Täuschung bewirkt sind oder allein durch Kunst.» Hinter jeder Wegbiegung finden sich neue fantastische Götterfiguren, Tiere, Monster und Architekturen, die Rätsel aufgeben, die es zu entschlüsseln gilt. Folgt der Besucher den verwinkelten Pfaden, erschliesst sich ihm eine Geschichte menschlicher Leidenschaften und Irrwege. Salvador Dalí, der den Garten besuchte, bezeichnete ihn als Vorwegnahme der surrealistischen Kunst. Das Skulpturenprojekt The Garden of Forking Paths, das sich auf die Idee dieses verwunschenen Gartens voller «follies» (engl. für «Narreteien») bezieht, fügt sich im Gegensatz zum Sacro Bosco in einen landwirtschaftlichen Nutzbetrieb ein. Dieser erfährt – trotz seiner rationalen und ökonomischen Logik – oftmals eine romantische Aufladung. Dabei steht er für eine verklärende Besinnung auf den Ursprung, für Authentizität und Naturverbundenheit und bildet den Rahmen für die künstlerische Auseinandersetzung mit Garten und «folly».
Das Projekt ist in zwei Teile gestaffelt. Am 1. Mai 2011 werden die Projekte von fünf Künstlern eingeweiht: Pablo Bronstein, Liz Craft, Fabian Marti, Peter Regli und Thiago Rocha Pitta.
Teil 2 eröffnet am Sonntag, 10. Juli 2011 von 17.00 - 21.00 Uhr. Zusätzlich zu den bereits stehenden Werken werden Arbeiten von Ida Ekblad, Geoffrey Farmer, Kerstin Kartscher und Ragnar Kjartansson präsentiert.
Kuratiert von Heike Munder
Das Skulpturenprojekt ist zu Gast in der Froh Ussicht der Familie Blum in Samstagern ZH. Martin Blum veranstaltet seit 2008 auf dem Land seines Hofs Kunstprojekte unter dem Projektnamen «Froh Ussicht»: frohussicht.ch.
Teatro Alessandro Scarlatti
2011
Holz, Farbe
350 x 300 x 300 cm
Snake House
2011
Holz, Farbe, Bronze, Kacheln, verschiedene Materialien
245 x 365 x 460 cm
How to fall off a Horse
2011
Stahl, Farbe
182.5 x 296.5 cm
If you Want to See Something Look at Something Else. (Allen Ginsberg, 1926-1997) (aus der Werkgruppe "The Invisible Worm that Flies in the Night")
2011
Farbfotografien aufgezogen auf Plexiglas, gerahmt
Grösse variabel
Imagine this Phoenix Bookstore. (Terence McKenna, 1992) (aus der Werkgruppe "The Invisible Worm that Flies in the Night")
2011
Soundinstallation
Grösse variabel
Meditating Ruminating Cows. (...) (aus der Werkgruppe "The Invisible Worm that Flies in the Night")
2011
Wolldecken, Papier, Lampe, Dekomaterial
Grösse variabel
To promeneur with the social guarantee
2011
Aluminium, Farbe
4 Teile: je ca. 400 x 150 cm
Denkmal
2011
Carrara-Marmor
3 Teile: je 180 x 45 x 45 cm
Heroic Dose
2011
Pflanzen, Glas, Stahl, gebrannter Ton lasiert
250 x 300 x 400 cm
Reality Hacking No. 270
2008
Marmor
360 x 130 x 140 cm
Monument to the Continental Drift
2011
Zement, Segeltuch, Mast
Grösse variabel