
1. September bis 28. Oktober 2012
Ausstellungs- und Wiedereröffnung Löwenbräukunst: Freitag, 31. August 2012, 18 Uhr
Erste Schweizer Einzelausstellung von Ragnar Kjartansson (*1976 Reykjavík, Island; lebt und arbeitet in Reykjavík)
In seinen Performances – oftmals erstrecken sich diese über mehrere Wochen oder Monate – untersucht der isländische Künstler Ragnar Kjartansson nicht nur die eigenen körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen in der Tradition der frühen Performance-Kunst, sondern auch den Status des Künstlers und seine unterschiedliche Rollenbilder. In seiner Installation «The Schumann Machine» (2008) für die Manifesta 7 sang er über die Dauer von zwei Wochen täglich mehrere Stunden den Liederzyklus «Dichterliebe» (1840) von Robert Schumann (1810–1856); ein andermal malte er über mehrere Monate – als Beitrag für den isländischen Pavillon von Venedig 2009 – täglich mehrere Porträts von einem Freund. Kjartansson spielt dabei mit Motiven aus der Kunstgeschichte wie «Le peintre et son modèle», der Sakralisierung des Künstlerateliers, aber auch dessen Dekonstruktion, indem er es der Öffentlichkeit zugänglich macht. Seine Performances zeichnen sich durch melancholische, aber auch absurd-komische Momente aus, in denen er die Posen und Attitüden dieser unterschiedlichen Künstlerbilder übertrieben darstellt. Für seine erste institutionelle Ausstellung in der Schweiz wird Kjartansson ein neues Projekt realisieren, das die bildende und die darstellende Kunst verbinden wird.
Die Ausstellung wird kuratiert von Heike Munder. Ragnar Kjartansson hatte Einzelausstellungen u. a. im Frankfurter Kunstverein und der BAWAG Foundation, Wien (beide 2011), und bespielte 2009 den isländischen Pavillon an der Venedig-Biennale. Zur Ausstellung erscheint bei JRP|Ringier eine monografische Publikation über den Künstler.