Josephine Meckseper

In  ihren Installationen, Fotografien und Filmen arbeitet Josephine Meckseper (geboren 1964 in Lilienthal, lebt und arbeitet in New York) mit den Wechselwirkungen von Konsum und Politik. Den Produkten der glitzernden Warenwelt werden Artefakte eines politischen Aktivismus gegenübergestellt, wodurch eine irritierende Konstellation herbeigeführt wird: Schaufensterpuppen, die als Exponate einer konsumfreudigen Gesellschaft fungieren, erhalten Demonstrationsparolen auf Pappschildern umgehängt, oder Glamour-Accessoires und Klobürsten werden mit Bildern von Demonstrationen konfrontiert, die Meckseper fotografierte – um nur einige Beispiele für Mecksepers komplexe Arrangements zu nennen. Die vordergründig absurde Disposition zweier entgegengesetzter Welten in einem scheinbar nahtlosen Display verweist auf die Verschleifung politischer und ästhetischer Prinzipien in den Massenmedien. Die im nationalen Interesse der USA legitimierten Kriege in strategisch wichtigen Ländern nimmt Josephine Meckseper zum Anlass für ihre jüngsten Arbeiten und befragt dabei die Wertesysteme der amerikanischen Gesellschaft. Die Publikation konzentriert sich auf eine neue Serie von Arbeiten, die im Kontext einer Auseinandersetzung mit der Verquickung der Automobil- und Ölindustrie mit dem Irakkrieg entstanden ist. So arrangiert Meckseper in Ten High (2008) verschiedene Objekte, die für den Zerfall des amerikanischen Neoliberalismus stehen. Auf einem schwarz glänzenden Podest vor einem Hintergrund aus dem gleichen Material stehen drei kopflose silberne Schaufensterpuppen. Die eine verweist mit ihrem Schild «Going out of business, SALE» auf die sich zum Zeitpunkt der Entstehung des Werks abzeichnende Rezession. Die mit christlichen Symbolen dekorierte Krawatte um den Hals der zweiten Puppe nimmt Bezug auf die erzkonservative und bibeltreue Bevölkerung im Mittleren Westen. Daneben steht die dritte Schaufensterpuppe mit einem Veteranen-T-Shirt. Die zusätzlichen Objekte im Arrangement – die Gehhilfe, die Bibel, die Fahne, der Aschenbecher und eine Whiskey-Flasche – kommentieren das Schicksal von Kriegsveteranen, die – zurückgekehrt – oft in tiefer Armut leben, während sie vom amerikanischen Staat für die nationale Glorifizierung missbraucht werden. Das Dispositiv wird so zum Abbild eines Moralkodex.

Herausgeber
Rachel Hooper
Gail Kirkpatrick
Heike Munder
Autor(en)
Rachel Hooper
Sylvère Lotringer
Heike Munder

 

Deutsch / Englisch
ISBN: 978-3-03764-047-0
Juni 2009
Hardcover, 215 x 291 mm
114 Seiten
Abbildungen: 34 farbig, 13 s/w

 

Erschienen bei JRP|Ringier

Preis:
38.00 CHF

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Anreise

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Eintrittspreise
Erwachsene: CHF 12
Ermässigt: CHF 8
Do 17–20 Uhr: Eintritt frei
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