Vortrag «MIT – SINN» von Jean-Luc Nancy

In Kooperation mit dem ith (Institut für Theorie) der ZHdK.

13.03.2010, 19:00

 

Eine besonders herausragende Position innerhalb der Debatte um einen neuen Begriff von «Gemeinschaft» nimmt Jean-Luc Nancy ein, der immer wieder in den Diskurs eingegriffen hat und diesen vorantrieb. Mit seiner Schrift «singulär plural sein» entwickelt er den Vorschlag einer neuen Kategorie des Mit-Seins: «Meiner Ansicht nach ist das erste Erfordernis, das überkommene Verständnis des ‹Gemeinsamen› und der ‹Gemeinschaft› unter Vorbehalt zu stellen. Auf dieser Grundlage können wir beginnen zu verstehen, dass das ‹Sein-in-der-Gemeinschaft› kein gemeinsames Sein ist und dass es anders zu analysieren ist, zum Beispiel als ‹Zusammen-Sein› oder ‹Mit-Sein›. Die Hauptfrage ist, wie die Politik als eine Nicht-Totalität zu denken ist, und das heisst anders denn als Unterordnung der gesamten Existenz. Zwischen der Ontologie des Mit-Seins und der Politik darf es keinen begründenden Zusammenhang geben und auch keinen solchen des Ausdrucks.»

 

Jean-Luc Nancy (*1940)
 zählt zu den bedeutendsten Denkern der Gegenwart. Nach seinem Studium der Philosophie in Paris promovierte er über Immanuel Kant. 1968 wurde Nancy Assistent an der Université Marc Bloch in Strassburg, wo er später auch eine Professur erhielt. Er lehrte bis zu seiner Emeritierung zudem an der European Graduate School und hatte Gastprofessuren in Berkeley, Berlin, Irvine und San Diego. Sein vielfältiges Werk umfasst Arbeiten zur Ontologie der Gemeinschaft, Studien zur Metamorphose des Sinns sowie Abhandlungen zur Bildtheorie. Einige der wichtigsten Veröffentlichungen dieser brisanten Debatte sind: Blanchot: Die uneingestehbare Gemeinschaft 1983, dt. 2007 / Nancy: Die undarstellbare Gemeinschaft, 1986, dt. 1988 / Esposito: Communitas 1998, dt. 2004 / Bauman: Gemeinschaften 2001, dt. 2009) / Nancy: Die herausgeforderte Gemeinschaft 2001, dt. 2007 / Agamben: Die kommende Gemeinschaft 2001, dt. 2003 / Nancy: singulär plural sein 1996 / dt. 2004.

 

Das ith (Institut für Theorie) arbeitet seit nunmehr über einem Jahr am Thema «GEMEINSCHAFT VIELLEICHT - Un/Mögliche Gemeinschaft – vorläufige Gemeinschaften» mit der Absicht durch begriffliche Präzisierungen und Problematisierungen «Gemeinschaft» in seiner herausfordernden Komplexität in den Diskurs über Alltagskultur und Gegenwart zu transferieren. Wir freuen uns daher besonders, Jean-Luc Nancys Beitrag zur politischen Philosophie und Praxis vorstellen zu können. http://www.ith-z.ch

 

Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen dem ith (Institut für Theorie) und dem migros museum für gegenwartskunst Zürich.

 

 

Besucheradresse
Limmatstrasse 270
CH–8005 Zürich
Anreise

Postadresse
Postfach 1766
CH–8031 Zürich

Tel +41 44 277 20 50
Fax +41 44 277 62 86
info(at)migrosmuseum.ch

Öffnungszeiten
Di/Mi/Fr 11–18 Uhr
Do 11–20 Uhr
Sa/So 10–17 Uhr
Feiertage

Eintrittspreise
Erwachsene: CHF 12
Ermässigt: CHF 8
Do 17–20 Uhr: Eintritt frei
Mehr