Filmscreening: SCIENCE-FICTION

Swiss Made 2069, Fredi Murer, CH 1968, Filmstill

29.10.2015, 19:00

Voyage dans la lune präsentiert von Laura Walde
(Eintritt frei, Filme in Originalsprache)

Wie das Science-Fiction-Genre ist der Kurzfilm ein Grenzgänger zwischen verschiedenen Welten. Er ist weder im Kino noch in der Kunst richtig daheim, sondern wirklich Zuhause im Experimentellen, Marginalen und Ungewohnten. Laura Walde präsentiert ein ausgewähltes Kurzfilmprogramm, das die Science-Fiction-Aspekte der Arbeiten von MOON & JEON kommentiert und erweitert. Der Programmtitel ist eine Hommage an den gleichnamigen Kurzfilm von 1902 des Filmpioniers Georges Méliès, einem der ersten Science-Fiction-Filme überhaupt.
Die Filme in diesem Programm stehen exemplarisch für verschiedene Facetten der «Narrenfreiheit», die der Kurzfilm inhaltlich und formell geniesst. Frances Bodomos Afronauts erzählt eine alternative Version des Wettlaufs zum Mond basierend auf wahren Begebenheiten, geschildert aus der Sicht derjenigen, die keinen Zugang zur «Science», sondern nur zur «Fiction» haben. Meteor des Künstlerduos Christoph Girardet und Matthias Müller evoziert die reiche Bilderwelt des Genres, das Teil unseres kulturellen Gedächtnisses ist. Memorybox des Kanadiers Toby Andris ist eine klassische Science-Fiction-Story und eine Hommage ans Low-Budget-Kino. Se Essa Lua Fossa Minha – auf Deutsch: «wenn das mein Mond wäre» – ist genau wie Afronauts inspiriert vom sambischen Raumfahrtprogramm von 1969 und scheint auf der formalen Ebene kein Science-Fiction-Film zu sein. Er nimmt aber die Perspektive der Aussenseiter, welche den Kosmos der Garibaldi Street in der brasilianischen Hafenstadt Porto Alegre beseelen, ein und bringt damit das gesellschaftspolitische Potential des Genres zum Tragen. Zuletzt folgt Fredi Murers Vision eines Big-Brother-Staates Swiss Made 2069, die er Ende der 1960er Jahre entworfen hat und in der sogar das Liebesleben der Eidgenossen staatlich genauestens überwacht wird. Ein blinder und tauber Ausserirdischer – entworfen von H. R. Giger, der im Film auch einen Auftritt hat, – zeichnet den unaufhaltbaren Untergang dieser totalitären Gesellschaft auf. Dieser sarkastisch-visionäre Film wurde bei seiner Erstaufführung kläglich verrissen und ist heute umso aktueller und überraschender. Er wurde in den letzten 30 Jahren kaum öffentlich gezeigt und wird als rare 35mm-Kopie präsentiert. 

Laura Walde ist Kuratorin der Internationalen Kurzfilmtage Winterthur.

Programm

Afronauts, Frances Bodomo, USA 2014,  ProRes, 14 Min. (E/-)
Meteor, Christoph Girardet, Matthias Müller, D 2011, ProRes, 15 Min. (E/-)
Memorybox, Toby Andris, CA 2014, ProRes, 9 Min. (E/-)
Se Essa Lua Fossa Minha, Pedro Gossler, Larissa Lewandoski, BRA 2014, Pro Res, 15 Min. (OV/e)
Swiss Made 2069, Fredi Murer, CH 1968, 35mm, 45 Min. (D/-)

Besucheradresse
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Öffnungszeiten
Di/Mi/Fr 11–18 Uhr
Do 11–20 Uhr
Sa/So 10–17 Uhr
Feiertage

Eintrittspreise
Erwachsene: CHF 12
Ermässigt: CHF 8
Do 17–20 Uhr: Eintritt frei
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